Ein erhellender Moment

Ein erhellender Moment

Wie so viele Erfindungen ist auch die Entdeckung von Maschinenbauingenieur Ranasinghe einem glücklichen Zufall geschuldet. Einem Zufall, der zur Entwicklung eines neuartigen Leuchtmittels geführt hat, das noch weniger Strom benötigt als die bereits sparsamen LED-Leuchten. Die neue Technologie heißt LCC - Laser Crystal Ceramics -, und Lucky sowie sein Luzerner Vertriebspartner hoffen, den Leuchtmittelmarkt damit positiv zu verändern. Was war passiert?

 

Lichtshow im Kopierraum

2007 was Lucky, ein gebürtiger Inder, Geschäftsführer einer Firma, die Drucker und Kopiermaschinen vertreibt. Eines Abends was er damit beschäftigt, zwei defekte Kopierer zu reparieren. Ein Gerät funktionierte mittels Lasertechnologie, das andere mittels LED. Irrtümlicherweise setzte er das Laserstrahl-Lichtmodul im LED-Kopierer ein und drückte auf »Copy«. Das Resultat: ein sekundenlanges unglaublich helles Licht, ein durchgebranntes Modul, plötzliche Dunkelheit – und die Vorahnung, dass soeben etwas Entscheidendes passiert war. Im Dunkeln ging Lucky ein Licht auf: »Wenn LEDs so viel heller strahlen können als üblich, muss noch mehr Potential in dieser Technologie stecken«, war er damals sicher.

Diese Vermutung schilderte er einem ehemaligen Studienfreund, der Institutsleiter einer technischen Fakultät in Südkorea war. Dort begannen er und seine Studenten im Rahmen eines Forschungsauftrags, dem Ursprung der unerwarteten Lichtreaktion auf den Grund zu gehen. Heute sieben Jahre später, ist diese Weiterentwicklung der LED-Technologie ausgereift und wird von der Firma Xnovum/Swisspoint AG im luzernischen Rickenbach europaweit vertrieben.

 

Weniger (graue) Energie

Die LCC-Technologie weist im Vergleich zu anderen Leuchtmitteln eine höhere Lichtausbeute aus. Sie erzeugt bei gleicher Leistung also mehr Licht und wandelt die eingesetzte Energie effizienter um. Der Grund: Die verwendeten Materialien erwärmen den Chip in der Leuchte weniger stark als beispielsweise bei LEDs, was das Leuchtmittel leistungsfähiger macht. Daniel Geissmann, Head Business Unit LCC von Xnovum, sieht weitere Vorteile: »Die Technologie benötigt nicht so viele Rohstoffe, da sie insgesamt mit weniger Elektronik auskommt. Und sie ist arm an Schadstoffen.« Der einfache Aufbau der LCC-Leuchten hat bei größeren Anwendungen wie Straßenlaternen einen weiteren positiven Aspekt: Bei einem Druck muss nicht das ganze Leuchtmittel ersetzt werden, sondern nur einzelne Komponenten daraus.

 

Im Nu zu Prototyp

Anfang 2014 hat Xnovum den Vertreib aufgenommen, mit zwölf Produkten im Angebot. Im Herbst waren bereits 86 verfügbar: verschiedene Ausprägungen von Spotlichtern, Scheinwerfern, »Neon«-Röhren, Leuchtpanelen, Strassen- und Tunnelbeleuchtungen oder Deckenleuchten, die CKW vor kurzem in ihr Förderprogramm aufgenommen hat.

Bei der Entwicklung der Produkte teilen sich Geissmann mit Xnovum als Distributor und Lucky mit seiner Firma Energy World als Entwickler die Aufgaben. »Ich kläre ab, wo ein Marktbedürfnis besteht, und Lucky bespricht die Idee mit den Entwicklern in Asien«, erklärt Geissmann. »Innerhalb eines Monats haben wir in der Regel bereits einen funktionstüchtigen Prototyp auf dem Tisch«, ergänzt Lucky. »Diese Geschwindigkeit ist beeindruckend und unser großer Vorteil.«

Was den potenziellen Erfolg ihres Produktes angeht, verfolgen die beiden unterschiedliche Ziele. »Ich hatte bloß eine kleine Idee, mit der ich etwas für die Umwelt tun wollte. Dass die Idee funktioniert hat, macht mich natürlich unglaublich stolz«, sagt Lucky. »Wenn wir mit dieser guten Idee den Leuchtmittelmarkt aufmischen, würde mich das natürlich unglaublich stolz machen«, fügt Vertriebschef Geissmann schmunzelnd hinzu. Man darf gespannt sein, wie viel Erfolg die Erfindung tatsächlich haben wird.

Simone Fallegger

 

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Sparsame Technologie

Die Basis der LCC-Technologie bildet ein künstlicher Kristall, der des Phosphor in der LED-Technologie ersetzt. In der LCC-Leuchte sind winzige Drähte, die durch den Keramikkristall zu leuchten beginnen. Dank der künstlichen Kristalle wird Wärme gedämpft und Licht gewonnen. Die LCC-Kristalle sind auf einem Chip als Linse angeordnet, die das Licht bündelt. Aufgrund der geringeren Wärmeentwicklung ist gegenüber einem LED-Chip eine höhere Lichtausbeute möglich.

Förderprogramme

»Clever leuchten - Licht bei Bedarf«: So heisst eines von zwei Förderprogrammen, mit denen CKW den Stromverbrauch in Gebäuden reduzieren möchte. Bis zum 31. Dezember wurde der Einbau effizienter Treppenhausbeleuchtung gefördert. Bis zu 300 Luzerner und Schwyzer Mehrfamilienhäuser (im Verteilnetz von EWS) konnten von Förderbeiträgen bis zu 1000 Franken profitieren, wenn sie durch Umrüstung auf LED-Leuchten, Minuterien oder Bewegungsmelder dafür sorgen, dass das Licht in Treppenhäusern nur bei Bedarf brennt. Neu hat CKW auch die LCC-Deckenleuchten ins Förderprogramm aufgenommen.

Mehr unter: www.ckw.ch/e/effizienzprogramm

LCC - die Beleuchtungstechnologie der Zukunft
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